„Wir freuen uns, mit dem neuen Fortbildungsangebot des Deutschen Ärzteverlages und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen zu können, dieses wichtige Screening Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen“, erklärt dazu Prof. Dr. med. Christopher Baethge, Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Redaktion des Deutschen Ärzteblattes. Mehrere hundert Kursbuchungen bereits wenige Tage nach Veröffentlichung des E-Learnings verdeutlichen das große Interesse an diesem Thema.

PD Dr. med. Mathias Borst, Leiter der DGP-Akademie, ergänzt: „Das große mediale Echo verstehen wir als weiteren Ansporn, die Strukturen im ganzen Land auf- und auszubauen. Interessierte Starkraucher sollen noch in diesem Jahr im Norden, Süden, Osten, Westen, in der Stadt wie auf dem Land problemlos einen zertifizierten Hausarzt oder Arbeitsmediziner finden, der ihnen als Erstkontakt für die Beratung zum Lungenkrebs-Screening dient. Dieser Fortbildungskurs ist das Werkzeug dafür.“

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Kursinhalte

Das Fortbildungsprogramm Lungenkrebs-Screening basiert auf einem Expertenforum mit renommierten Fachärztinnen und Fachärzten aller am Lungenkrebs-Screening beteiligten Fachrichtungen:

  • Prof. Dr. med. Torsten Gerriet Blum, Pneumologe vom Helios Klinikum Emil von Behring (Wissenschaftliche Leitung)
  • PD Dr. med. Mathias Borst, Pneumologe von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.
  • Dipl.-Med. Ingrid Dänschel, niedergelassene Allgemeinmedizinerin und Sachverständige des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes aus Lunzenau bei Chemnitz
  • Prof. Dr. med. Volker Harth, Leiter des Zentralinstituts für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Prof. Dr. med. Hans Hoffmann, Thoraxchirurg vom Klinikum der Technischen Universität München
  • Dr. med. Alexander Rupp, niedergelassener Pneumologie, Allergologie und Suchtmediziner aus Stuttgart
  • Prof. Dr. med. Jens Vogel-Claussen von der Charité, Leiter der Klinik für Radiologie Universitätsmedizin Berlin

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In diesem Forum werden das Rationale der Lungenkrebs-Screenings mittels Niedrigdosis-CT erörtert und das Vorgehen bei der Früherkennungsmaßnahme erklärt. Zur Vorbereitung auf die Erstberatung werden mögliche Bedenken diskutiert und speziell auf die notwendige Kurzintervention zur Tabakentwöhnung eingegangen. Ergänzt wird der Kurs durch praxisnahe Inhalte wie Muster-Patientengespräche, die konkrete Einblicke in die Beratungssituation geben sowie durch umfangreiches Informationsmaterial zum Download und Ausdrucken für die Sprechstunde.

Schwerpunkte sind dabei die Identifikation geeigneter Patientinnen und Patienten zur Teilnahme, die Beratungskompetenz hinsichtlich des Nutzens und der Risiken des Screenings, Informationen zu Ablauf und Durchführung der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) definierten Schritte sowie Strategien zur Tabakentwöhnung.

Das E-Learning des Deutschen Ärzteverlages ist mit 2 CME-Punkten von der Ärztekammer Nordrhein offiziell zertifiziert und entspricht den Inhalten des §43 der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie/KFE-RL für die Qualifikation der teilnehmenden Ärztinnen/Ärzte als Erstberater.

Weitere Informationen zum Fortbildungsprogramm Lungenkrebs-Screening unter https://lungenkrebs-screening.aerzteverlag.de/

Hintergrundinformationen zum Lungenkrebs-Screening

Lungenkrebs ist eine der häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen. Sie betrifft in Deutschland rund 200.000 Menschen* und wird oft erst spät erkannt. Daher wurde zum 1. April 2026 eine GKV-finanzierte Lungenkrebs-Früherkennung eingeführt. Ziel des Screenings ist es, Menschen mit hohem Lungenkrebsrisiko zu identifizieren und mögliche Lungenkarzinome frühzeitig zu entdecken. Während die Diagnose des Lungenkrebses bisher überwiegend erst in einem unheilbaren Spätstadium erfolgt, werden mithilfe des Screenings von Menschen mit hohem Risiko Tumore viel häufiger schon im Frühstadium entdeckt, was nachweislich zu deutlich höheren Heilungsraten führt.

So ist das Lungenkrebs-Screening für starke Raucherinnen und Raucher jetzt offiziell Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen. Der G-BA hat hierfür auf Basis der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie die Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomografie (LDCT) als Kassenleistung ermöglicht.

Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang ein Äquivalent von 15 Packungsjahren (sprich: 1 Packung Zigaretten täglich für mindestens 15 Jahre) lang geraucht haben und derzeit aktiv rauchen oder vor höchstens zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben, können jährlich an dieser Untersuchung teilnehmen.

Die Einführung des Screenings basiert auf der Lungenkrebs-Früherkennungsverordnung des Bundesumweltministeriums und auf einer umfassenden Nutzenbewertung des IQWiG. Dabei erfolgt die konkrete Auswahl der Teilnehmenden durch Ärztinnen und Ärzte aus der Allgemeinmedizin, der Inneren Medizin und der Arbeitsmedizin im Rahmen eines Erstberatungsgesprächs. Es wird eine spezielle Qualifikation verlangt werden, um kompetent beraten und zum eigentlichen Screening an qualifizierte Radiologinnen und Radiologen überweisen zu können.

Dieses Screening markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Prävention und Behandlung von Lungenkrebs.

* Quelle: Gesundheitsatlas Deutschland, Wissenschaftliches Institut der AOK (WidO), Berlin

Über die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat als wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft das Ziel, die Prävention, Diagnostik sowie Therapie von Atemwegs- und Lungenerkrankungen zu verbessern. Wichtige aktuelle Themen sind die Entwöhnung vom Rauchen, die Auswirkungen von Luftschadstoffen auf die Atmung, die internistische Intensivmedizin und Beatmungsentwöhnung, die Infektiologie sowie das Lungenkrebs-Screening. Die DGP wurde 1910 gegründet und hat heute mehr als 5.000 Mitglieder aus Medizin und Forschung.

Weitere Informationen für Fachkreise, aber auch für Interessenten und Angehörige gibt es unter: www.pneumologie.de