=

Impfen im Praxisalltag

03.02.2020

Deutscher Ärzteverlag befragt rund 90.000 Ärztinnen und Ärzte zum Thema Impfen

Eine Umfrage von Deutschem Ärzteverlag, Robert Koch-Institut und Universität Erfurt, mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)

Gegen das Coronavirus ist derzeit noch kein Impfschutz verfügbar – doch etliche andere Infektionskrankheiten können durch Schutzimpfungen verhindert oder zumindest abgemildert werden. Trotzdem sind vielerorts die Impfquoten nicht so hoch wie sie sein sollten, um einen Gemeinschaftsschutz, der beispielsweise auch Kinder und Schwangere umfasst, zu erreichen. Beim Für und Wider der persönlichen Impfentscheidung kommt niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten eine besonders wichtige Rolle zu. Mit der aktuellen Umfrage „Impfen im Praxisalltag“ wollen der Deutsche Ärzteverlag, das Robert Koch-Institut und die Universität Erfurt eruieren, wie aktuell Impfberatungen in den Praxen stattfinden und welcher Rahmenbedingungen und Maßnahmen es künftig bedürfte, um mehr positive Impfentscheidungen zu erzielen.

Die Umfrage „Impfen im Praxisalltag“ geht an rund 90.000 Ärztinnen und Ärzte, vor allem an Hausärzte, Allgemeinmediziner, Praktische Ärzte und Internisten sowie Kinderärzte, Frauenärzte, Hautärzte, Neurologen und Arbeitsmediziner. Dr. Vera Zylka-Menhorn vom Deutschen Ärzteblatt, Privatdozent Dr. Ole Wichmann und Julia Neufeind vom Robert Koch-Institut (RKI) sowie Prof. Dr. Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt haben gemeinsam den 5-seitigen Fragebogen entwickelt. Unterstützt wird die Aktion von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

„Mit der Studie wird erhoben, wie niedergelassene Mediziner in ihrer Praxis das Thema Impfen angehen, wie sie persönlich zum Thema Impfen sowie zur Einführung einer Impfpflicht gegen Masern stehen, wo sie sich zum Thema Impfen selbst informieren und wie sie diese Informationen an ihre Patienten weitergeben“, so Dr. Vera Zylka-Menhorn vom Deutschen Ärzteblatt.

„Mit umfassenden Informationen auf unserer Webseite und der STIKO-App für Ärzte und Fachpersonal unternimmt das RKI bereits einiges, um Mediziner beim Thema Impfen zu unterstützen. Mit der aktuellen Umfrage wollen wir jetzt unter anderem in Erfahrung bringen, wo seitens der Mediziner noch Informationsbedarf besteht“, erklärt PD Dr. Ole Wichmann vom RKI das Ziel der Umfrage.

Und auch Psychologin Prof. Dr. Cornelia Betsch von der Universität Erfurt, betont: „Ärztinnen und Ärzte sind für Patienten die wichtigste Quelle für Informationen über das Impfen. Ein wertschätzendes Gespräch und eine starke Impfempfehlung können ausschlaggebend sein.“

Die aktuelle Befragung, die noch bis zum 06.03.2020 läuft, soll nun Aufschluss darüber geben, welche Faktoren derzeit Impfentscheidungen maßgeblich beeinflussen. Die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse können dann die Entwicklung entsprechender gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen unterstützen.

Die Ergebnisse der Umfrage werden erstmals im Rahmen des Expertensymposiums des Deutschen Ärzteverlags auf dem DGIM-Kongress 2020 vorgestellt. Unter dem Titel „Impfen: Zwischen Freiwilligkeit und Pflicht. Was denken Ärztinnen und Ärzte darüber?“ werden am Montag, den 27.04.2020, neben Dr. Vera Zylka-Menhorn, Prof. Dr. Cornelia Betsch und Prof. Dr. Lothar Wieler (Präsident des RKI) weitere Experten diskutieren, wie das Thema Impfen aktuell in der ärztlichen Praxis gelebt wird.  

 

Hier der Fragebogen für Mediziner zur Ansicht.

 

Bild: © sharryfoto – Fotolia