Gegen Fachkräftemangel in Labor und Radiologie: MTA next in Bochum

03.05.2019

Die Qualität der medizinischen Versorgung hängt neben Ärzten und Pflegekräften auch entscheidend von Medizinisch-technischen Assistenten (MTA) ab. Denn ärztliche Diagnosen basieren zunehmend auf Ergebnissen komplexer Untersuchungsmethoden vor allem im Bereich der Labordiagnostik, der Radiologie und der Funktionsdiagnostik. Für Krankenhäuser und Kliniken, Labore sowie Radiologiepraxen wird dabei die Suche nach geeignetem MTA-Nachwuchs immer schwieriger. Der Karrierekongress MTA next bietet Interessierten umfassende Informationen rund um die Berufsbilder im MTA-Bereich und bringt medizinischtechnischen Nachwuchs und potentielle Arbeitgeber zusammen.

Der Kongress MTA next findet am 18.05.2019 im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität Bochum statt und ist für Teilnehmer kostenlos. Pressevertreter sind herzlich willkommen.

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„Ohne MTA keine Diagnostik – ohne Diagnostik keine Therapie“ – so das Motto des Dachverbands für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland e.V. (DVTA), der gemeinsam mit dem Deutschen Ärzteverlag die Veranstaltungsreihe MTA next im Jahr 2017 ins Leben gerufen hat. „Wir wollen das Thema Fachkräftemangel aktiv angehen – zumal die Politik die Dramatik der Lage anscheinend noch unterschätzt“, so Christiane Maschek, Präsidentin des MTABerufsverbands. Grund dafür sei womöglich, dass offizielle Statistiken etwa der Bundesagentur für Arbeit aktuell ein falsch-positives Bild zeigten.

Derzeit gibt es rund 99.000 MTA, von denen ein Großteil in der Laboratoriumsmedizin tätig ist. Zweitgrößter Fachbereich ist die Radiologie, weit dahinter folgen Funktionsdiagnostik und Veterinärmedizin. Neben dem aktuellen Mangel an Medizinisch-technischen  Radiologieassistenten/-innen zeichnen Prognosen für das Jahr 2030 auch hinsichtlich der Tätigkeit in Labor- und Funktionsdiagnostik ein düsteres Bild: Aller Voraussicht nach bleibt hier dann etwa jede 3. MTA-Stelle unbesetzt – mit teils gefährlichen Folgen für die medizinische Versorgung.

Dass der Fachkräftemangel keine Dystopie, sondern längst Realität ist, erlebt auch Prof. Dr. Detlev Uhlenbrock, Facharzt für Radiologie und Neuroradiologie und Geschäftsführer eines Medizinischen Versorgungszentrums für Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin mit insgesamt acht Standorten im Ruhrgebiet: „Qualifizierte MTA sind – neben den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen – für den reibungslosen Ablauf in unseren acht Praxen wesentlich“, so der Mediziner. „Wir sind eigentlich
permanent auf der Suche nach guten MTA. Der Kongress MTA next ist ein hervorragendes Forum, um mit potentiellen Bewerberinnen und Bewerbern ins Gespräch zu kommen“, erklärt Prof. Dr. Uhlenbrock.
Sein MVZ werde daher am 18. Mai beim MTA next Kongress in der Ruhr-Universität Bochum als Aussteller vertreten sein.

„Die Bewerbungssituation hat sich komplett gedreht“, meint auch Michael Laschewski, Verkaufsleiter Stellenmärkte beim Deutschen Ärzteverlag. Auf dem freien Arbeitsmarkt seien kaum mehr MTA zu finden. Krankenhäuser und Kliniken, Labore, Radiologiepraxen und MVZ müssten sich daher verstärkt um den medizinisch-technischen Nachwuchs bemühen – etwa mit kreativen Stellenanzeigen, umfangreichen Employer Branding-Maßnahmen oder auch als Aussteller auf dem Karrierekongress MTA next.